Tesla: Kein Lohn für kranke Arbeitnehmer?

14. März 2025 -

Zahlt Tesla den erkrankten Mitarbeitenden kein Gehalt? Diese brisante Frage steht im Raum, nachdem Elon Musk (53) den hohen Krankenstand in seiner Fabrik in Brandenburg scharf kritisiert hat. Offenbar hat die Werksleitung auf diese Situation mit drastischen Maßnahmen reagiert.

Der Vorfall stellte sich als erneuter Skandal in der deutschen Tesla-Fabrik in Grünheide (Brandenburg) dar. Berichten zufolge weigert sich der Elektroautospezialist unter der Führung von Musk, einem Teil seiner kranken Mitarbeiter Löhne zu zahlen. Ein Sprecher der Gewerkschaft IG Metall äußerte sich am Freitag besorgt über die Praktiken des Unternehmens. Demnach zweifle Tesla häufig zunächst rückblickend an den vorgelegten Krankschreibungen der Angestellten und fordere sie dazu auf, ihre Diagnosen offenzulegen und ihre behandelnden Ärzte von der Schweigepflicht zu entbinden.

Es wird darüber hinaus berichtet, dass Tesla in einer Vielzahl von Fällen offizielle Schreiben an die betroffenen Angestellten versendet. In diesen Schreiben, deren Betreff „Zweifel an den eingereichten Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen“ lautet, kündigt das Unternehmen häufig den sofortigen Stopp der Lohnfortzahlung an und erwägt sogar, bereits gezahlte Beträge zurückzufordern. Laut dem IG Metall-Sprecher kommt es nicht selten vor, dass den betroffenen Mitarbeitern überhaupt kein Gehalt mehr ausgezahlt wird.

Die Gewerkschaft übt scharfe Kritik an der Führung von Tesla und wirft den Verantwortlichen vor, eine Atmosphäre der Einschüchterung unter den Mitarbeitern zu verbreiten. Diese würden dem Druck ausgesetzt, bei jeder Krankmeldung detaillierte Informationen zu ihrer Krankheitsdiagnose offenzulegen und zudem den zuständigen Ärzten die Entbindung von der Schweigepflicht abzuverlangen.

Tesla hat sein Verhalten vehement verteidigt und bezeichnete die Vorwürfe der IG Metall als unbegründet und als „populistische Skandalisierungen“. Laut den Aussagen des Unternehmens handelt es sich bei den rund ein Dutzend Mitarbeiterbeschwerden pro Monat um einen vergleichsweise geringen Anteil an der gesamten Belegschaft von 11.000 Mitarbeitern. Tesla betont daher, dass es unangebracht und irreführend sei, bei diesen Zahlen von einem massiven Vorgehen zu sprechen.

Eine Sprecherin des Unternehmens erläuterte zudem, dass es in den betroffenen Fällen um unberechtigte Lohnfortzahlungen gehe. Es gäbe auch Situationen, in denen das Bundesarbeitsgericht vermutet, dass die angegebene Krankheit möglicherweise nicht legitim ist. Dies könnte beispielsweise der Fall sein, wenn sich Mitarbeiter genau zu den Zeitpunkten krankmelden, an denen ihre vorherigen Urlaubsanträge abgelehnt worden sind. In diesen speziellen Fällen sei es rechtmäßig, dass Arbeitgeber die Richtigkeit der Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung in Zweifel ziehen dürfen und entsprechende Beweise anfordern, so die Sprecherin weiter. Sie wies darauf hin, dass das inakzeptable Vorgehen, das Tesla vorgeworfen wird, tatsächlich eine gängige Praxis in Deutschland sei.

Der Hintergrund des Konflikts ist ein plötzlich hoher Krankenstand in Teslas europäischer Produktionsstätte, der zeitweise über 15 Prozent betragen haben soll. In Reaktion auf diese Situation hat der Elektroautokonzern nach eigenen Angaben mehrere Hausbesuche bei einer Vielzahl krankgemeldeter Mitarbeiter initiiert. Der Werksleiter André Thierig äußerte sich damals besorgt und bemerkte, dass es alle sechs Wochen neue Krankmeldungen gebe. In jüngster Zeit hat die Auseinandersetzung jedoch eine neue Eskalationsstufe erreicht.