Stellenabbau bei SIEMENS

18. März 2025 -

Siemens plant, weltweit etwa 6.000 Arbeitsplätze abzubauen, wovon rund 2.850 in Deutschland betroffen sein werden. Der Schwerpunkt der Restrukturierung liegt vor allem im Bereich des Automatisierungsgeschäfts, während es in geringerem Maß auch Auswirkungen auf den Geschäftsbereich für Ladelösungen geben wird. Diese Informationen wurden von dem Unternehmen selbst bekannt gegeben.

Der CEO von Siemens, Roland Busch, hatte bereits im vergangenen Herbst angekündigt, dass im Rahmen einer bevorstehenden Umstrukturierung Stellen im niedrigen bis mittleren vierstelligen Bereich abgebaut werden sollte. Nun wurden diese allgemeinen Aussagen jedoch mit konkreten Zahlen untermauert.

Laut Siemens erforderten veränderte Bedingungen auf zentralen Märkten Anpassungen. Besonders der deutsche Markt sei seit den letzten zwei Jahren rückläufig, wodurch eine Anpassung der Kapazitäten in Deutschland notwendig sei.

Die am stärksten betroffene Sparte ist die digitale Industrie (Digital Industries), insbesondere das Automatisierungsgeschäft. Hier sollen bis Ende September 2027 weltweit 5.600 Stellen und davon 2.600 in Deutschland gestrichen werden. Der Bereich leidet unter verschiedenen Herausforderungen, wie unter anderem hohen Lagerbeständen bei Kunden und Händlern, was zu einer schwachen Nachfrage und einer suboptimalen Auslastung der Produktionskapazitäten führt.

Trotz dieser angekündigten Einschnitte zeigt Siemens insgesamt gute Geschäftszahlen: Im ersten Quartal erwirtschaftete der Konzern einen Gewinn von 2,1 Milliarden Euro.

Die Reaktion auf die Stellenabbaupläne ist heftig. Birgit Steinborn, die Vorsitzende des Gesamtbetriebsrats und stellvertretende Vorsitzende des Aufsichtsrats, äußerte: „Wir können die geplanten Maßnahmen im Bereich der digitalen Industrie nicht nachvollziehen und sind sowohl überrascht als auch verärgert über die massiv angekündigten Abbauzahlen.“ Steinborn betonte, dass, wenn Siemens wirklich als „One Tech Company“ ein Wachstumsprogramm umsetzen wolle, dann seien nachhaltige Arbeitsplatzschaffung sowie die Erhaltung von Arbeitsplätzen anstelle von Einschnitten zugunsten der Profitabilität unerlässlich.

Jürgen Kerner, der Zweite Vorsitzende der IG Metall, stellte klar: „Die Transformation kann nicht durch Personalabbau gemeistert werden, sondern erfordert positive Veränderungen, insbesondere durch Weiterentwicklung und Qualifizierung der Mitarbeiter.“