Mindestens 200.000 € Abfindung pro FORD-Mitarbeiter?

29. März 2025 -

Sockelbeitrag von 200.000 Euro: IG Metall erhebt Forderungen zu Abfindungen bei Ford

Im Rahmen des laufenden Konflikts über den geplanten Stellenabbau bei Ford Deutschland hat die IG Metall erhebliche Abfindungen gefordert. Dabei verlangt die Gewerkschaft nicht nur einen grundlegenden Betrag, sondern auch zusätzliche Aufschläge, die sich nach der Betriebszugehörigkeit und der Zahl der Kinder der Mitarbeitenden richten.

Die Forderungen der IG Metall sind durchweg ambitioniert. Im Kontext der sozialpolitischen Tarifverhandlungen aufgrund des angekündigten Abbaus von insgesamt 2.900 Stellen am Standort Köln fordert die Gewerkschaft einen Sockelbeitrag von 200.000 Euro für Abfindungen, die beim Verlassen des Unternehmens gezahlt werden sollen. Der Grundbeitrag könnte sogar mit weiteren Zahlungen verknüpft werden, wie beispielsweise einem Zuschlag von ein Drittel des Bruttojahresentgelts für jedes absolvierte Beschäftigungsjahr, einer Pauschale von 10.000 Euro pro Kind und möglichen Zahlungen, die sich nach dem Grad der Behinderung richten.

Ein weiterer wichtiger Punkt in dem Forderungspapier der IG Metall ist die Erwartung, dass die US-Elterngesellschaft Ford Motor Company den deutschen Angestellten einen individuellen Insolvenzschutz gewährt. In letzter Zeit hat das Unternehmen jedoch eine sogenannte Patronatserklärung zurückgezogen, was den bisherigen Insolvenzschutz für die Tochtergesellschaft in Deutschland annulliert hat.

Ein Sicherheitsnetz für die Beschäftigten

Am Montagabend hat die IG Metall, laut Berichten der Kölnischen Rundschau, die geplanten Forderungen offiziell verabschiedet und diese am Folgetag der Geschäftsführung übermittelt. Am heutigen Tag fand eine Informationsveranstaltung für die Beschäftigten im Ford-Werk in Niehl statt, an der rund 5.000 Mitarbeitende teilnahmen. Bei dieser Versammlung, die um 9:30 Uhr begann, traten unter anderem IG Metall-Chefin Kerstin Klein, die die Sozialtarifverhandlungen leiten wird, Betriebsratsvorsitzender Benjamin Gruschka und Vertrauenskörperleiter David Lüdtke ans Mikrofon.

David Lüdtke betonte die Entschlossenheit der Gewerkschaft: „Wir werden weiterhin darum kämpfen, ein tragfähiges Konzept für die Zukunft zu entwickeln, das die Arbeitsplätze so weit wie möglich sichert.“ Er fügte hinzu: „Allerdings ist es jetzt von größter Wichtigkeit, schnellstmöglich einen finanziellen Schutz vor Insolvenz auszuhandeln.“ Es gilt zu beachten, dass die Beschäftigten in Köln durch eine bestehende Betriebsvereinbarung bis Ende 2032 vor betriebsbedingten Kündigungen geschützt sind. Dieser Schutz würde jedoch im Falle einer Insolvenz nicht mehr bestehen, so die Vertreter der Arbeitnehmer.

IG Metall spricht von „sehr hohen Forderungen“

Kerstin Klein, die Chefin der IG Metall, räumt ein, dass die geforderten Inhalte für den Standort Köln enorm hoch sind und eine realistische Erfüllbarkeit fraglich erscheint. Sie erklärte: „Da wir in den wirtschaftlichen Entscheidungen des Unternehmens keine Mitbestimmungsrechte haben, sehen wir uns gezwungen, hohe Forderungen zu stellen. Dies ist unser einziges Mittel, um in Verhandlungen ein gleichwertiges Verhandlungsergebnis zu erzielen.“

Schwache Verkaufszahlen für Explorer und Capri

Der Automobilhersteller Ford kämpft gegenwärtig stark mit den Auswirkungen einer Flaute im Bereich der Elektromobilität sowie mit internen Fehlern. Das Unternehmen hat die Strategie, die Markenpositionierung zu verändern, und möchte sich künftig auf größere, kostenintensivere Fahrzeuge mit einem betont amerikanischen Design konzentrieren. Jedoch verkaufen sich die in Köln entwickelten neuen E-Autos, der Explorer und der Capri, die auf einer Basis von Volkswagen beruhen, bislang nicht so gut wie erwartet.

Laut dem Kraftfahrt-Bundesamt wurden bis Ende Dezember 2.426 Einheiten des Explorer in Deutschland neu registriert. Zudem sind vom Capri lediglich 440 Fahrzeuge als Eigenzulassungen auf den Straßen unterwegs. Seit dem offiziellen Verkaufsstart im Januar sind zudem nur 279 weitere Capri und 799 Explorer veräußert worden.