Die Deutsche Bank hat angekündigt, im laufenden Jahr eine umfassende Restrukturierung ihrer Filiallandschaft vorzunehmen. Dies beinhaltet die Schließung von rund 2.000 Filialen, was mit einem Verlust von circa 2.000 Arbeitsplätzen einhergeht. Diese Entscheidung ist Teil einer Strategie zur Kostenoptimierung, die bereits in den Vorjahren in ähnlicher Weise verfolgt wurde. Der Vorstandsvorsitzende Christian Sewing äußerte sich am Mittwoch während einer von Morgan Stanley organisierten Konferenz und betonte, der Stellenabbau betreffe „eine signifikante Anzahl“ von Filialen. Die dafür erforderlichen finanziellen Mittel seien bereits eingeplant.
Trotz dieser offensichtlichen Herausforderungen für die Belegschaft hat die Deutsche Bank im Jahr 2024 hohe Vergütungen an ihre Führungskräfte ausgeschüttet, wobei das Top-Management eine Gehaltserhöhung im Vergleich zum Vorjahr erhielt, obwohl das Unternehmen selbst mit einem Rückgang der Gewinne zu kämpfen hatte. Laut dem jüngst veröffentlichten Geschäftsbericht des Unternehmens in Frankfurt/Main erhielten die zehn Vorstände zusammen rund 68,1 Millionen Euro, was eine Steigerung im Vergleich zu den 58,3 Millionen Euro im Vorjahr darstellt. Vorstandschef Sewing allein erhielt beeindruckende 9,75 Millionen Euro, eine Erhöhung um nahezu eine Million Euro im Vergleich zum Vorjahr. Im Vorfeld wurde ein Gewinn vor Steuern von etwa 5,3 Milliarden Euro ausgewiesen, was jedoch einen Rückgang um sieben Prozent im Vergleich zu 2023 bedeutet. Der Nettogewinn sank noch dramatischer, um 36 Prozent auf 2,7 Milliarden Euro, was teilweise auf hohe Kosten im Zusammenhang mit der Beilegung von Rechtsstreitigkeiten zurückzuführen war, die unter anderem ehemalige Postbank-Aktionäre betrafen.
Betroffene Arbeitnehmer sollten sich in dieser schweren Lage gut vorbereiten und einige wichtige Schritte in Erwägung ziehen:
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Sozialleistungen und Abfindungspakete prüfen: Arbeitnehmer sollten sich über ihre Rechte informieren, insbesondere im Hinblick auf Abfindungsmöglichkeiten und Sozialleistungen. Eine frühzeitige Kontaktaufnahme mit der Personalabteilung kann Klarheit schaffen.
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Beratung durch Fachanwalt für Arbeitsrecht: Es ist ratsam, sich an einen Fachanwalt für Arbeitsrecht zu wenden, um Unterstützung und rechtlichen Rat zu erhalten. Fachanwälte für Arbeitsrecht können wertvolle Informationen und Ressourcen anbieten, die bei Verhandlungen helfen können.
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Networking und Weiterbildung: Arbeitnehmer sollten die Gelegenheit nutzen, ihre beruflichen Netzwerke zu erweitern und Weiterbildungsmaßnahmen in Betracht zu ziehen. Dies kann ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt erhöhen, falls sie eine neue Stelle suchen müssen.
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Finanzielle Planung: Die wirtschaftliche Lage könnte angespannt werden. Arbeitnehmer sollten ihre Finanzen überprüfen und gegebenenfalls einen Finanzberater konsultieren, um sich auf mögliche Veränderungen einstellen zu können.
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Psychische Gesundheit: Solche Veränderungen am Arbeitsplatz können emotional belastend sein. Es ist wichtig, auf die eigene psychische Gesundheit zu achten und gegebenenfalls professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen.
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Alternativen überprüfen: In manchen Fällen kann eine interne Versetzung in eine andere Abteilung oder Filiale eine Option sein, die weniger riskant erscheint als eine Kündigung. Es ist sinnvoll, mögliche Optionen im Unternehmen auszuloten.
Durch proaktives Handeln und gezielte Informationsbeschaffung können betroffene Mitarbeiter besser mit der unsicheren Situation umgehen und ihre berufliche Zukunft absichern.