Stellenabbau bei AUDI

18. März 2025 -

Audi plant massive Arbeitsplatzreduzierung von 7500 Stellen

Die derzeitige Situation bei Audi stellt sich als sehr herausfordernd für die Belegschaft dar: Der Automobilhersteller kündigt an, bis Ende 2029 insgesamt 7500 Arbeitsplätze in Deutschland abzubauen. Diese Nachricht kommt für die Mitarbeiter wie ein Schlag ins Gesicht, da sie mit einschneidenden Veränderungen in ihrem beruflichen Umfeld konfrontiert sind. Das Unternehmen, welches zur Volkswagen-Gruppe gehört, hat zudem bekannt gegeben, dass es durch verschiedene finanzielle Maßnahmen beabsichtigt, mittelfristig mehr als eine Milliarde Euro jährlich einzusparen.

Die Diskussionen zwischen dem Konzernmanagement und dem Betriebsrat über die Sparmaßnahmen waren lang und intensiv. Letztlich konnten sich beide Seiten auf ein Konzept einigen, das trotz anfänglicher Überlegungen und höherer Vorgaben für die Stellenstreichung – ursprünglich stand sogar ein Abbau von bis zu 12.000 Arbeitsplätzen zur Debatte – bescheidener ausfiel.

Struktur des Arbeitsplatzabbaus

Das Unternehmen hat erklärt, dass der Stellenabbau sich vorrangig auf den sogenannten „indirekten Bereich“ konzentrieren wird. Dies bedeutet, dass Arbeitsplätze in der Produktion nicht betroffen sein sollen. Der Fokus liegt vielmehr darauf, bürokratische Strukturen zu reduzieren und effizientere Arbeitsabläufe zu schaffen. Es ist geplant, dass bis 2027 bereits 6000 Stellen abgebaut werden, während die restlichen 1500 Arbeitsplätze bis Ende 2029 wegfallen sollen. Detaillierte Informationen darüber, wie sich die Kürzungen auf die verschiedenen Standorte, insbesondere in Ingolstadt und Neckarsulm, verteilen werden, sind bislang noch nicht verfügbar.

Einschnitte bei der Mitarbeiterbeteiligung

Zusätzlich müssen die Audi-Mitarbeiter auch bei ihrer monetären Vergütung mit Einschnitten rechnen. Die Ergebnisse aus der Teilnahme am Unternehmensgewinn werden verändert, wodurch die Gewinnbeteiligung für mehrere Jahre ebenfalls reduziert wird. Im Jahr 2023 betrug die Ergebnisbeteiligung für jeden Beschäftigten noch 8840 Euro. Für das Jahr 2024 wird jedoch eine geringere Prämie erwartet.

Vorstandsvorsitzender Gernot Döllner äußerte sich zu den notwendigen Veränderungen: „Audi muss schneller, agiler und effizienter werden. Es ist klar, dass wir ohne Anpassungen im Personalbereich nicht weiterkommen.“ Er versicherte jedoch, dass es bis Ende 2033 keine betriebsbedingten Kündigungen geben werde. Als Ausgleich wird die Beschäftigungssicherung, die betriebsbedingte Kündigungen ausschließt, um vier Jahre bis 2033 verlängert.

Reaktionen und Widerstand

In der ersten Betriebsversammlung des Jahres, in der die Neuerungen präsentiert wurden, konnte der Betriebsrat unter der Leitung von Jörg Schlagbauer den ca. 8000 anwesenden Mitarbeitern mitteilen, dass man Schlimmeres hätte abwenden können. Trotz der Einigung mussten viele Forderungen des Unternehmens abgelehnt werden, wodurch wichtige finanzielle Spielräume für zukünftige Investitionen geschaffen wurden.

Die speziellen Auswirkungen des Arbeitsplatzabbaus, der vorrangig den indirekten Bereich betrifft, werden insbesondere am Stammsitz in Ingolstadt spürbar sein. Dort sind viele Ingenieure in der technischen Entwicklung von der Stellenstreichung betroffen, und es ist vorgesehen, dass diese Personen im Rahmen eines Abfindungsprogramms das Unternehmen verlassen.

Vorzeichen einer Krise

Die Ankündigungen kamen nicht völlig unerwartet, denn bereits im Dezember hatte der Audi-Vorstand die sogenannte „Schlechtwetterklausel“ des im Jahr 2019 geschlossenen Paktes „Audi-Zukunft“ aktiviert. Dies deutete darauf hin, dass das Unternehmen einen strikteren Sparkurs einleiten würde. In Gesprächen mit dem Betriebsrat, die bereits im November 2023 begonnen hatten, wurden die ersten Schritte in Richtung Einsparungen eingeleitet.

Zu Beginn des Jahres schlug die IG Metall Alarm und warf dem Management vor, eine „Liste des Grauens“ umsetzen zu wollen. Diese Liste enthielt unter anderem Maßnahmen wie die Senkung des Tarifentgelts, die Streichung von Nachtschichtzuschlägen und die Auslagerung von Beschäftigten in Produktion, Logistik sowie Verwaltung, was allein 1600 Stellen betreffen würde. Der Audi-Betriebsrat kündigte in diesem Zusammenhang starken Widerstand an.

Letztendlich plant Audi, den Arbeitsplatzabbau ohne betriebsbedingte Kündigungen zu bewältigen. Bis 2027 sollen somit bereits 6000 Stellen weggefallen sein. Hauptziel des verschärften Kostensenkungsprogramms von Audi-Chef Döllner ist es, jährlich eine Milliarde Euro in der Personalstruktur einzusparen und die Marke profitabler und effizienter zu gestalten.